„Eigentlich bin ich eingestellt, aber wirklich gut geht es mir nicht.“
Diesen Satz höre ich in meiner Praxis häufig von Menschen mit Hashimoto-Thyreoiditis.
Die Diagnose steht. Sie nehmen Ihre Schilddrüsenmedikamente regelmäßig ein. Ihr TSH liegt inzwischen im Normbereich – und trotzdem können Beschwerden fortbestehen, beispielsweise:
- anhaltende Müdigkeit
- „Brain Fog“ und Konzentrationsprobleme
- Kälteempfindlichkeit
- Gewichtszunahme
- fehlender Antrieb
- reduzierte Belastbarkeit
Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, sind Sie nicht allein.
Viele Menschen mit Hashimoto erleben, dass ihre Laborwerte als unauffällig gelten, ihr persönliches Befinden jedoch etwas anderes sagt.
Warum sich manche Menschen trotz L-Thyroxin nicht wirklich wohlfühlen
Die Standardtherapie bei Hashimoto besteht meist aus L-Thyroxin (T4). Dieses Hormon ist eine Vorstufe und muss im Körper zunächst in das aktive Schilddrüsenhormon T3 umgewandelt werden.
T3 ist die Form, die letztlich in den Zellen wirkt und dort unter anderem den Energieumsatz, die Körpertemperatur, die Konzentrationsfähigkeit und den Stoffwechsel beeinflusst.
Wenn Ihr TSH im Normbereich liegt, bedeutet das daher nicht automatisch, dass jede Körperzelle optimal mit aktivem Schilddrüsenhormon versorgt ist.
Viele Hausärzte kontrollieren im Verlauf vor allem das TSH. Für viele Menschen ist das völlig ausreichend. Manche Patientinnen und Patienten berichten jedoch, dass Beschwerden trotz eines unauffälligen TSH-Wertes bestehen bleiben.
Wenn Ihre Laborwerte und Ihr persönliches Befinden nicht zusammenpassen, lohnt es sich häufig, genauer hinzuschauen.
Wenn L-Thyroxin® allein nicht ausreicht: Welche Möglichkeiten gibt es?
1. Kombination aus L-Thyroxin® und Thybon®
Wenn die körpereigene Umwandlung von T4 in das aktive Schilddrüsenhormon T3 nicht optimal funktioniert, kann eine Kombination aus L-Thyroxin® und Thybon® sinnvoll sein.
Dabei wird ein Teil des L-Thyroxin® durch das aktive Schilddrüsenhormon T3 ersetzt.
2. Natürliche Schilddrüsenhormone wie Thyreogland®
Ein anderer Ansatz besteht in der Behandlung mit natürlichen Schilddrüsenhormonen.
Präparate wie Thyreogland® enthalten nicht nur T4 und T3, sondern zusätzlich Hormonvorstufen wie T1 und T2, die ebenfalls von einer gesunden Schilddrüse gebildet werden und eigene Funktionen im Stoffwechsel haben.
Welche Therapie sinnvoll ist, lässt sich nicht allein anhand von Laborwerten entscheiden. Entscheidend ist letztlich nicht nur, was auf dem Laborzettel steht, sondern wie Sie sich im Alltag fühlen.
Denn ein unauffälliger Laborwert ist nicht automatisch gleichbedeutend mit Wohlbefinden, Belastbarkeit und Lebensqualität.
Mikronährstoffe und Schilddrüse
Für die Bildung, Aktivierung und Regulation von Schilddrüsenhormonen benötigt der Körper verschiedene Mikronährstoffe.
Hierzu zählen unter anderem Eisen und Selen. Je nach individueller Situation können auch weitere Mikronährstoffe eine Rolle spielen. In manchen Fällen kann beispielsweise auch eine gezielte Zufuhr kleiner Jodmengen sinnvoll sein. Ob dies infrage kommt, sollte jedoch immer individuell und auf Grundlage der jeweiligen Situation entschieden werden.
In meiner Praxis überprüfe ich deshalb bei Bedarf nicht nur die Schilddrüsenwerte selbst, sondern betrachte auch Faktoren, die die Funktion der Schilddrüse beeinflussen können.
Ziel ist nicht die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln „auf Verdacht“, sondern eine gezielte und individuelle Betrachtung Ihrer Situation.
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Mein ganzheitlicher Blick auf Hashimoto
In meiner Praxis betrachte ich Hashimoto nicht isoliert als Schilddrüsenerkrankung, sondern als Teil eines komplexen Regulationsgeschehens.
Neben den Schilddrüsenhormonen können unter anderem folgende Faktoren eine Rolle spielen:
- das vegetative Nervensystem
- chronischer Stress und dauerhafte Sympathikus-Aktivierung
- Mikronährstoffstatus
- Stoffwechsel- und Leberfunktion
- Entzündungsaktivität
- Lebensstil und Belastungsfaktoren
Deshalb beschränkt sich meine Arbeit nicht auf die Interpretation einzelner Laborwerte oder die Anpassung von Medikamentendosierungen. Ziel ist vielmehr, Zusammenhänge zu erkennen und die Faktoren zu identifizieren, die Ihre individuelle Situation beeinflussen können.
Wenn Sie mit Hashimoto leben und das Gefühl haben, dass Laborwerte und Befinden nicht zusammenpassen, lohnt sich manchmal ein zweiter Blick.
Nicht jeder Mensch reagiert gleich. Und nicht jede Standardlösung passt zu jeder Lebenssituation.
Wenn Sie bereit sind, Zusammenhänge besser zu verstehen und aktiv an Ihrer Gesundheit mitzuwirken, begleite ich Sie gern auf diesem Weg.