Praxis Dr. med. Julia Spenner

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Zähne und die Meridiane der TCM

Dr. Julia Spenner - Ärztin für ganzheitliche Medizin in Kiel

Zähne und die Meridiane der TCM

Was haben Ihre Zähne mit dem restlichen Körper zu tun?

Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) eine ganze Menge. Die TCM ist ein über Jahrtausende entwickeltes Medizinsystem, in dem auch die Zähne bestimmten Meridianen und Funktionskreisen zugeordnet werden.

So stehen die Schneidezähne mit dem Nieren- und Blasenmeridian und damit dem Element Wasser in Verbindung. Dazu werden unter anderem Bezüge zu Stirnhöhle, Urogenitalbereich, unterem Rücken und Steißbein beschrieben.

Spannend ist auch die emotionale Ebene: Wasser steht in der TCM für Urvertrauen und Willenskraft, auf der anderen Seite aber auch für Angst.

Bei Problemen mit dem Immunsystem oder der Verdauung lohnt sich eventuelle ein Blick auf die Backenzähne, die dem Element Erde zugeordnet sind.

Und gerade unsere Schneidezähne sind sehr sichtbar. Eine Lücke im Frontzahnbereich ist in unserer Gesellschaft häufig schambesetzt und kann Selbstwertgefühl und selbstsicheres Auftreten beeinflussen.

Die Eckzähne – ein bisschen „Tiger“ steckt in uns allen

Die Eckzähne werden dem Leber- und Gallenblasenmeridian und dem Element Holz zugeordnet. Holz steht für Tatkraft, Wachstum und Durchsetzungsfähigkeit.

Das passt erstaunlich gut zum Bild des Eckzahns: Denken Sie an einen Tiger mit seinen kräftigen Fangzähnen. Nicht umsonst kennen wir den Ausdruck vom „zahnlosen Tiger“, wenn jemand zwar Stärke ausstrahlt, sich aber letztlich nicht durchsetzen kann.

Solche Zahn-Meridian-Zuordnungen sind kein Bestandteil der konventionellen schulmedizinischen Diagnostik. In der TCM und auch in Teilen der ganzheitlich orientierten Zahnmedizin werden sie jedoch genutzt, um mögliche Zusammenhänge aus einer zusätzlichen Perspektive zu betrachten.

Und genau darum geht es mir: nicht alles miteinander zu verbinden – aber auch nicht vorschnell alles voneinander zu trennen.

→ Traditionelle Chinesiche Medizin

Die Meridiane stehen mit den Tähnen in Verbidnung (Abb. zeigt Zähne mit Zuordnung zu den Meridianen)

Warum ich mich für Ihre Zähne interessiere

Wenn Sie bei mir in der Praxis irgendwann hören: „Machen Sie bitte einmal den Mund auf“, wundern Sie sich nicht.

Für die TCM-Zungendiagnostik schaue ich mir Ihre Zunge ohnehin an, um wertvolle Informationen über das vegetative Nervensystem zu bekommen. Und wenn ich schon dabei bin, interessiert mich natürlich auch der Rest: Fehlen Zähne? Gibt es Auffälligkeiten? Wie sieht das Zahnfleisch aus?

Auch das Zahnfleisch kann Hinweise geben. Rötungen oder Blutungen können für eine Entzündung sprechen, auffallend blasse Mundschleimhaut beispielsweise auf eine Anämie – etwa bei Eisen-, Vitamin-B12- oder Folatmangel.

Und manches kann ich natürlich nicht sehen. Deshalb frage ich auch nach Ihrer Zahngeschichte: Gibt es wurzelbehandelte Zähne? Wurden Weisheitszähne entfernt? Gab es dort schon einmal Entzündungen oder andere Probleme?

Wurzelbehandelte Zähne – ein mögliches Störfeld?

Eine Zahnwurzel ist komplexer, als sie von außen aussieht.

Stellen Sie sich das Wurzelkanalsystem ein bisschen wie einen Baum vor: Neben den größeren „Hauptästen“ gibt es zahlreiche feine Seitenkanäle und Verzweigungen. Genau diese komplexe Anatomie macht eine Wurzelbehandlung so anspruchsvoll.

Auch bei einer sehr sorgfältigen Behandlung können Bereiche des Kanalsystems für Instrumente und Spüllösungen schwer erreichbar bleiben.

In der ganzheitlichen Zahnmedizin wird deshalb diskutiert, ob verbliebene Mikroorganismen sowie bakterielle Stoffwechsel- und Abbauprodukte aus solchen Bereichen für den Organismus von Bedeutung sein können. Wie relevant diese Mechanismen für Beschwerden außerhalb des Zahn- und Kieferbereichs sind, ist schulmedizinisch nicht abschließend geklärt.

Bei chronischen oder schwer einzuordnenden Beschwerden kann die Information über wurzelbehandelte Zähne deshalb ein weiteres Puzzleteil im Gesamtbild sein.

NICO – wenn der Zahn längst weg ist

Spannend kann auch die Stelle sein, an der gar kein Zahn mehr sitzt.

Vor allem nach der Entfernung von Weisheitszähnen werden in der ganzheitlichen Zahnmedizin Veränderungen des Kieferknochens diskutiert, die häufig als NICO (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis) bezeichnet werden.

Das Besondere daran: Solche Veränderungen können in einer klassischen zweidimensionalen Röntgenaufnahme schwer zu beurteilen sein. Bei entsprechender zahnmedizinischer Fragestellung kann eine dreidimensionale Aufnahme mittels DVT zusätzliche Informationen liefern.

Auch die mögliche Bedeutung solcher Kieferveränderungen für Beschwerden außerhalb des Kiefers wird diskutiert und ist schulmedizinisch nicht abschließend geklärt.

Wenn sich aus Ihrer Vorgeschichte oder Ihren Beschwerden eine entsprechende Fragestellung ergibt, empfehle ich Ihnen eine weiterführende zahnärztliche beziehungsweise kieferchirurgische Abklärung.

Ein weiterer Blickwinkel

Zunge, Zähne und Kiefer sind für mich ein weiterer Teil des Gesamtbildes – neben Laborwerten, Ernährung, Stoffwechsel, Hormonen, Stress, Schlaf und den vielen anderen Faktoren, die unsere Gesundheit beeinflussen können.

Manchmal ergibt sich daraus eine neue Spur. Manchmal können wir einen möglichen Zusammenhang wieder abhaken.

Ganzheitliche Medizin bedeutet für mich, solche Zusammenhänge mitzudenken, medizinisch einzuordnen und gemeinsam mit Ihnen zu entscheiden, was für Ihre persönliche Situation wirklich relevant ist.

→ Ganzheitliche Medizin

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