In der ganzheitlich orientierten Medizin betrachten wir den Körper als ein fein abgestimmtes Zusammenspiel. Manchmal lohnt es sich, dabei auch Bereiche mit einzubeziehen, die im medizinischen Alltag eher für sich stehen – zum Beispiel die Zähne.
Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin stehen Zähne über Meridiane mit verschiedenen Funktionskreisen im Körper in Verbindung. Diese Sichtweise ergänzt die schulmedizinische Diagnostik um eine weitere Perspektive. Gerade dann, wenn Beschwerden bestehen, für die sich trotz gründlicher Abklärung keine eindeutige Ursache finden lässt, kann sie helfen, Zusammenhänge besser zu verstehen.
Vielleicht kennen Sie das Gefühl, dauerhaft nicht richtig in Ihre Kraft zu kommen. Erschöpfung, wechselnde Beschwerden oder ein anhaltendes Ungleichgewicht lassen sich nicht immer klar einordnen. In solchen Situationen kann es sinnvoll sein, den Blick etwas zu weiten und auch den Kiefer- und Zahnbereich mitzudenken.
Ein Aspekt, der dabei eine Rolle spielen kann, sind wurzelbehandelte Zähne oder Veränderungen im Kieferknochen. Ein wurzelbehandelter Zahn ist funktionell erhalten, biologisch jedoch nicht mehr vital – er ist weder krank noch gesund, sondern ein Zahn ohne eigene Durchblutung. In vielen Fällen bleibt das für den Körper gut kompensierbar. In anderen Situationen kann genau hier das Regulationssystem dauerhaft gefordert sein.
In der ganzheitlichen Medizin werden solche Bereiche als Störfelder bezeichnet. Gemeint sind Regionen, die den Organismus auf subtile Weise beeinflussen können, ohne lokale Beschwerden zu verursachen. Je nach individueller Konstellation können sich daraus Erschöpfung, vegetative Symptome oder funktionelle Probleme in verschiedenen Körperbereichen entwickeln.
Nach Eingriffen im Bereich der Weisheitszähne können sich gelegentlich Veränderungen im Kieferknochen zeigen, die als NICOs (Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis) bezeichnet werden. Diese sind in klassischen zweidimensionalen Röntgenaufnahmen nicht immer sichtbar. Bei entsprechender Fragestellung kann eine dreidimensionale Röntgendiagnostik (digitale Volumentomographie, DVT) zusätzliche Hinweise liefern – in Zusammenarbeit mit entsprechend spezialisierten Kolleginnen und Kollegen.
Ganzheitliche Medizin bedeutet für mich, solche Zusammenhänge ruhig und differenziert einzuordnen. Nicht alles, was sichtbar wird, ist automatisch behandlungsbedürftig. Manches darf zunächst verstanden und in den größeren Zusammenhang gestellt werden.
Als Ärztin für ganzheitliche Medizin begleite ich Sie dabei, Ihren Körper besser zu lesen und Entscheidungen bewusst zu treffen. Gesundheit ist kein starres Konzept – sondern ein Prozess, der sich aus vielen kleinen Puzzleteilen zusammensetzt.